Anleger schielen auf US-Daten

ftd
, Dienstag, 24. November 2009, um 18:37 CET

Der Dax ging 0,6 % leichter bei 5769 Zählern aus dem Handel. Der Handel verlief weitgehend orientierungslos, der Leitindex pendelte entlang des Vortagesniveaus. Der europäische Auswahlindex Stoxx 50 sank um 0,5 %. Der Pariser CAC 40 verlor 0,8 %, der Londoner FTSE 100 schloss mit minus 0,6 %.

Die unerwartet starke Aufhellung des Ifo-Geschäftsklimaindizes in Deutschland ließ die Anleger kalt. Sie lauerten auf Datennachschub aus den USA, wo am Vortag starke Zahlen vom Immobilienmarkt für eine Rally gesorgt hatten.

Deutlich revidierte Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) bremsten die Hoffnung auf Fortsetzung des Trends und erneuerten stattdessen latente Konjunktursorgen: Das BIP stieg im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,8 %, in einer ersten Schätzung war noch von einem Wachstum von 3,5 % geredet worden. Analysten hatten im Schnitt ein Plus von 2,9 % vorhergesagt.

Die aktuellen Daten zum US-Verbrauchervertrauen im November übertrafen zwar die Erwartungen, sie brachten jedoch keine Wende. Der Index stieg von 48,7 auf 49,5 Punkte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stand von 47,7 Punkten gerechnet. "Der Anstieg im November war einzig einer verbesserten Erwartungskomponente zu verdanken. Sie profitierte jedoch davon, dass die Zahl der Pessimisten im November stärker zurückging als die Zahl der Optimisten. Damit erhält der Anstieg einen etwas faden Beigeschmack", sagte Postbank-Analyst Thilo Heidrich.

Nachdem Banken am Montag noch ganz oben auf den Kauflisten standen, führten sie am Dienstag die Listen der Verkaufszettel an. Im Dax büßten Commerzbank und Deutsche Bank 3,4 und 1,9 % ein.

Ratingagentur gibt zu denken

Auf europäischem Parkett verloren Credit Suisse , Société Générale , BNP Paribas und UBS zwischen 2 und 3,2 %. Der Grund: Die Spezialisten der Ratingagentur S&P kamen in einer Studie zum Ergebnis, dass weltweit die meisten Banken nach wie vor finanziell auf schwachen Beinen stünden. "Die derzeitigen Fakten scheinen unsere Einschätzung zu bestätigen, dass die Kapitalausstattung eine Schwachstelle für das Rating der meisten von uns berücksichtigten Banken darstellt", stellten die Analysten fest. Metro -Anteile litten unter Spekulationen, wonach der Einzelhändler sein Gewinnziel für die Real-Märkte in diesem Jahr nicht erreichen werde - das Papier gab um 1,4 % nach. "Wir halten an den Zielen unverändert fest, auch wenn sich das auf Grund der allgemeinen Wirtschaftskrise um ein halbes oder ein Jahr verschieben könnte", sagte Real-Chef Joel Saveuse.

Carrefour sticht hervor

Am Tag nach dem Rücktritt von MAN -Chef Hakan Samuelsson knickte das Papier ein und belegte mit einem Abschlag von 1,3 % einen hinteren Platz. Einige Analysten bekräftigten ihre Einschätzungen zum Papier: Die Analysten der Bank of America/Merrill Lynch bestätigten ihre Kaufempfehlung, die Experten der Deutschen Bank behielten ihre Anlageempfehlung "Hold " bei. Sie sehen den Abschied Samuelssons negativ und begründen das mit seiner "eindrucksvollen betrieblichen Bilanz".

Angeführt wurden die Gewinner des CAC 40 von Carrefour -Titeln, die sich um 3,1 % verteuerten. Die Analysten von JP Morgan hatten empfohlen, das Papier des französischen Einzelhandelskonzerns überzugewichten.

Die Gewinnerliste im Dax führten die Aktien von Infineon mit einem Plus von 2,2 % an. Händler verwiesen auf Spekulationen auf ein Übernahmeangebot von Samsung für den Chiphersteller. Infineon wollte sich dazu nicht äußern.