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    Anleger machen Kasse - Dax tief im Minus

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    BNP.MI44,80-1,20
    BMW.DE71,48-1,87
    DBK.DE35,94-1,25
    DAI.DE48,05-1,65
    VLKAY42,5485-0,35

    Aufgeschreckt durch enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben Aktienanleger weltweit Kasse gemacht. Rund um den Globus gingen die Börsen am Donnerstag auf Talfahrt. Am härtesten traf es den Nikkei. Der japanische Leitindex brach um gut 1100 Punkte oder 7,3 Prozent auf 14.483 Zähler ein und verbuchte damit den größten Tagesverlust seit der Atomkatastrophe von Fukushima. Allerdings hat der Nikkei dank der Flut des billigen Geldes durch die Bank von Japan (BoJ) seit Jahresbeginn rund 50 Prozent zugelegt. Auch in Europa gaben die Kurse auf breiter Front nach. Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) und EuroStoxx50 fielen in der Spitze um jeweils knapp drei Prozent.

    "Das Ausmaß der Kursbewegung ist zwar erheblich, bislang aber nicht alarmierend", betonte Ian Richards, Chef-Aktienstratege der BNP Paribas (Mailand: BNP.MI - Nachrichten) . "Ein schlechter Tag, gewiss. Es ist aber zu früh, um daraus den Beginn eines neuen Trends abzuleiten." Sein Kollege Richard Hunter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown warnte ebenfalls davor, die aktuelle Entwicklung überzubewerten. Es gebe immer noch jede Menge Anleger, die nur auf eine Gelegenheit zu Einstieg warteten.

    Als Auslöser für die Verkäufe machten Börsianer vor allem schwache Wirtschaftsdaten aus China aus. So fiel der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus der chinesischen Industrie im Mai auf 49,6 Punkte und damit unter die wichtige Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. Viele Investoren fürchten, dass der Wirtschaftsboom in China allmählich an Kraft verliert. Aber auch in der Euro-Zone sorgten die jüngsten Konjunkturdaten nicht für Euphorie. Die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und die Euro-Zone legten zwar zu, blieben mit 49,9 beziehungsweise 47,7 Zählern aber ebenfalls unter der Wachstumsschwelle.

    Auch von Seiten der Notenbanken kamen wenig ermutigende Signale für die Aktienmärkte. US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte zwar am Vorabend betont, an der ultra-lockeren Geldpolitik festzuhalten. Allerdings fügte er hinzu, dass das Wertpapier-Ankaufprogramm "auf einer der nächsten Sitzungen" gedrosselt werden könnte, sollte sich die US-Konjunktur bessern. Die US-Notenbank will so lange frisches Geld in den Markt pumpen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 von derzeit 7,5 Prozent zurückgegangen ist. Aktuell liegt das Ankauf-Volumen bei 85 Milliarden Dollar monatlich.

    In Frankfurt verlor der Dax bis zum Nachmittag 2,5 Prozent auf 8319 Punkte. Damit lag der deutsche Leitindex rund 230 Stellen unter seinem Rekordhoch vom Mittwoch. Der EuroStoxx50 gab 2,4 Prozent auf 2767 Zähler nach. Die wachsende Verunsicherung der Aktienanleger ließ sich auch an den Volatilitätsindizes VDax und VStoxx ablesen. Sie schossen in der Spitze um etwa 20 Prozent in die Höhe. An der Wall Street deuteten die Kursverluste der Terminkontrakte auf die US-Indizes auf eine schwächere Börsen-Eröffnung hin.

    Anleger flüchten in sichere Anlagen

    Auch am Rohstoff-Markt sorgte der Konjunkturpessimismus für Verluste. Die richtungsweisende Nordsee-Ölsorte Brent verbilligte sich um 1,2 Prozent auf 101,41 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für eine Tonne des wichtigen Industriemetalls Kupfer fiel sogar um 3,3 Prozent auf 7223 Dollar. Vor diesem Hintergrund nahmen einige Anleger Kurs auf den "sicheren Hafen" Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 1388,24 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

    Zu den größten Verlierern unter den europäischen Aktien gehörten die Finanzwerte, die gewöhnlich überdurchschnittlich stark auf Bewegungen des Gesamtmarktes reagieren. Der Banken- und der Versicherungs-Index fielen jeweils um knapp drei Prozent. Die Titel der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) gaben um mehr als vier Prozent nach.

    Auf der Hauptversammlung baten die beiden Bank-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Aktionäre um Geduld beim eingeleiteten Kulturwandel. "Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg (Other OTC: WEGZY - Nachrichten) vor uns haben. Einen Weg, der Zeit braucht", sagte Jain. Unter Verkaufsdruck standen zudem die Autobauer, die in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich zugelegt hatten und für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) , Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) und Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) verloren zwischen 3,1 und 4,1 Prozent.

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