ANALYSE/Citigroup: Weiter zweistelliges Ertragswachstum mit Aktien möglich

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Dienstag, 24. November 2009, um 12:37 CET

LONDON (dpa-AFX) - Die Citigroup prognostiziert den globalen Aktienmärkten den Übergang aus einer Periode der Ungewissheit in eine Erholungsphase. "Zwar haben die Börsen seit ihren Tiefs im März um über 60 Prozent zugelegt, doch die Notierungen liegen immer noch um 30 Prozent unter den Höchstständen vor der Finanzkrise", schrieb Analyst Robert Buckland in einer Studie vom Dienstag. Er traut den Märkten zwar keine ungebremste Fortsetzung dieser "spektakulären" Entwicklung zu. Doch über die kommenden zwei Jahren hinweg könnten Anleger mit Aktien immer noch bescheidenere zweistellige Zuwächse bei den Gesamterträgen erzielen.

Laut Buckland verlieren "Top-down"-Anlagestrategien, die ausgehend von der Gesamtentwicklung einer Volkswirtschaft und Branche auf die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens sowie dessen Aktienkurses schließen, an Gewicht. In der anlaufenden Erholungsphase würden unternehmensspezifische Faktoren wie Gewinndynamik und Bewertungen wichtiger, auf die sich der entgegengesetzte "Bottom-up"-Ansatz fokussiert. Favorit des Citigroup (NYSE: C - Nachrichten) -Experten sind die europäischen Aktienmärkte. Da diese weltweit am günstigsten bewertet seien, könnten die dort möglichen Erträge in den kommenden 12 bis 18 Monaten um 20 bis 25 Prozent steigen.

Bei den Schwellenländern bevorzugt Buckland wegen der niedrigeren Bewertungen Lateinamerika gegenüber Asien. Für die US-Börsen bleibt er dagegen skeptisch: "Die Kurse sind hier nicht besonders attraktiv und die Gewinndynamik sieht anderswo besser aus." Ähnlich kritisch fällt das Urteil über die entwickelten asiatischen Länder aus, zu denen der Analyst auch Australien zählt. Der japanische Aktienmarkt sei indes ein Rätsel. Zwar beinhalteten die niedrigen Eigenkapitalrenditen ein spektakuläres Erholungspotenzial und die Gewinndynamik verbessere sich. Doch in den derzeitigen Bewertungen sieht Buckland eine anhaltende Belastung. Bei zyklischen Titeln traut der Experte eher Finanz- als Industrieaktien eine gute Entwicklung zu, im defensiven Bereich sollten Papiere aus dem Gesundheitssektor gegenüber Versorgern die Nase vorn haben./gl/la