Madrid (dapd). Die größte spanische Bank Bankia hat am ersten Handelstag nach einer milliardenschweren Kapitalspritze einen dramatischen Kursverlust hinnehmen müssen. Die Papiere der Bankia stürzten bei Handelsbeginn am Montag um 28 Prozent ab. Später erholte sich die Aktie leicht tendierte gegen Mittag etwa 14 Prozent im Minus. Gleichzeitig stiegen die Zinsen für die spanischen Staatsanleihen.
Der Direktor der Bankia zeigte sich zuversichtlich über eine wirtschaftliche Erholung seines Instituts. Auf einer Pressekonferenz am Samstag sagte José Ignacio Goirigolzarri, die Bankia werde nicht auf weitere Hilfen angewiesen sein. Er stellte zudem einen Restrukturierungs- und Rekapitalisierungsplan vor. Demnach soll das von der spanischen Regierung bereitgestellte Geld ab Ende Juni der Bank zukommen. Als Hauptgrund für die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens nannte Goirigolzarri Verluste am Immobilienmarkt.
Die Bankia gehört zu den Instituten, die am schwersten vom Kollaps der spanischen Immobilienwirtschaft getroffen wurden. Schätzungen zufolge hat sie 32 Milliarden Euro an faulen Vermögenswerten in den Büchern und wurde kürzlich praktisch privatisiert, als die Regierung Rettungskredite aus dem vergangenen Juni in Aktienanteile umwandelte. Größte Sorge ist, dass der spanische Staat die Rettung nicht finanzieren kann.
Bereits in den vergangenen Wochen musste Spanien immer höhere Zinsen zahlen, um sich am Markt frisches Geld zu besorgen. Am Montag stiegen die Zinsen für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf dem Zweitmarkt um 13 Basispunkte auf 6,42 Prozent. Ein Wert von sieben Prozent gilt langfristig als untragbar.
Angesichts der gestiegenen Kreditkosten erwägt die Regierung unkonventionelle Methoden zur Finanzierung der Bankia-Rettung. Eine Gewährsperson im Wirtschaftsministerium bestätigte Medienberichte, nach denen die Regierung der Bankia Staatsanleihen übergeben könnte. Die Bank könnte diese Anleihen als Sicherheit einsetzen, um von der Europäischen Zentralbank Geld für die Rekapitalisierung zu bekommen. Damit wäre der Kapitalmarkt umgangen.
Analysten warnten jedoch, eine solche Methode würde den Investoren nur bestätigen, dass das Land Schwierigkeiten hat, auf dem internationalen Markt Geld zu beschaffen. Sie würden sich daher beim Anleihenkauf noch stärker zurückhalten.
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