FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt wird am Dienstag schwächer erwartet. Der X-Dax (Xetra: Nachrichten) stand um 8.05 Uhr bei 5.752,64 Punkten um 0,84 Prozent unter dem Dax-Schluss vom Vortag. Der Leitindex war am Montag mit einem satten Kursplus von 2,44 Prozent in die Handelswoche gestartet. Der X-Dax zeigt auf der Basis des Futures den außerbörslichen Dax-Stand.
Auf Unternehmensseite rückten Bankenwerte wie Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) und Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) mit der Kapitalbeschaffung der Lloyds Banking Group (London: LLOY.L - Nachrichten) ins Visier der Börsianer. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz notierten die Anteilsscheine entsprechend bereits im negativen Terrain. "Der große Abschlag bei der Kapitalerhöhung der britischen Bank und auch das hohe Volumen könnte anderen Aktienwerten die Unterstützung entziehen", sagte Marktanalyst Ben Potter. Die angeschlagene Bank tauscht alte Anleihen in neue Papiere um, die sie notfalls in dringend benötigtes Eigenkapital umwandeln kann. Außerhalb der USA werden Papiere im Wert von 8,78 Milliarden britischen Pfund (9,73 Milliarden Euro) umgetauscht, in den USA sollen Anleihen über knapp eine Milliarde US-Dollar hinzukommen. Lloyds gehört zu den britischen Banken, die am schwersten von der Wirtschaftskrise getroffen wurden. Die Bank hatte sich mit der Übernahme des heimischen Rivalen HBOS verhoben.
MAN fielen bei L&S um etwa ein halbes Prozent zurück und hielten sich damit leicht besser als der Gesamtmarkt. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach auf den Nutzfahrzeughersteller in der Schmiergeldaffäre ein Bußgeld von deutlich über 100 Millionen Euro zukommen könnte. Laut Börsianer war bislang eine Summe von mehr als 50 Millionen Euro bekannt. Insgesamt sei das aber kein wirklicher Auslöser. Wie der Börsianer hinzufügte, werde der Weggang von Konzernchef Hakan Samuelsson bereits von Analysten der Deutschen Bank als negativ gewertet. Zudem sei eine schnelle Fusion zwischen Scania (Stockholm: SCVB.ST - Nachrichten) und MAN wegen technischer Gründe nicht sehr wahrscheinlich, zitierte der Händler die Analyse weiter.
Ferner legten noch Nachzügler wie Nordex , Pfleiderer (Xetra: 676474 - Nachrichten) und Cewe Color Holding Zahlen vor. Beim Windkraftanlagenbauer Nordex fielen sie laut einer Händlereinschätzung wie erwartet aus. Zudem habe das Unternehmen seine Prognose für 2009 bestätigt und für 2010 eine Erholung des Marktes vorhergesagt, fügte der Börsianer hinzu. Das dürfte positiv betrachtet werden. Die Aktien konnten bei L&S leichte Gewinne verbuchen.
Pfleiderer blieb derweil hinter den Erwartungen zurück, sagten Börsianer. Die Anteilsscheine verloren vorbörslich mehr als ein Prozent. Der Möbel- und Bauzulieferer schrieb im dritten Jahresviertel wegen der anhaltenden Nachfrageflaute infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise erneut rote Zahlen.
Aktien der Cewe Color Holding zeigten sich bei L&S ebenfalls schwächer. Der im SDax (Xetra: Nachrichten) gelistete Fotodienstleister hielt den Umsatz in seinem dritten Quartal währungsbereinigt stabil und bestätigte die Ergebnisziele für das Gesamtjahr. Ein Händler sagte: "Die Zahlen sind schwer einzuschätzen, da es keine Schätzungen für diesen kaum beachteten Wert gibt."/rum/la