(Neu: Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) , Cheuvreux)
Börsianern verwiesen beispielsweise auf eine negative Bewertung des Rücktritts durch die Deutsche Bank. Analyst Jochen Gehrke sieht einigen Interpratationsspielraum in der Personalie, stuft sie aber als "insgesamt negativ" ein. Eine schnelle Fusion zwischen Scania (Stockholm: SCVB.ST - Nachrichten) und MAN hält er auch wegen technischer Gründe für nicht sehr wahrscheinlich und sieht die Entscheidung eher als "klaren Schnitt wegen der Korrupionsaffäre". Ein anderer Börsianer verwies auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach auf den Nutzfahrzeughersteller in der Schmiergeldaffäre ein Bußgeld von über 100 Millionen Euro zukommen könnte. Dem Börsianer zufolge war bislang eine Summe von mehr als 50 Millionen Euro bekannt. Das habe aber kaum Kurseinfluss.
Ein Händler sagte: "Das Timing des Rücktritts bleibt überraschend und MAN verliert einen Manager mit einer beeindruckenden operativen Historie. Die Aktien dürften entsprechend volatil und tendenziell eher unter Druck bleiben." Auch ein anderer Börsianer stellte am Morgen darauf ab, dass dem Lastwagenbauer ein sehr guter Unternehmenslenker verloren gehe. Aus technischer Sicht habe es die Aktie in den vergangenen Monaten nicht geschafft, nachhaltig über 60 Euro zu klettern, auch wenn am Vortag bei 62,44 Euro kurzzeitig der höchste Stand seit Mitte September 2008 erreicht wurde. Die Aufwärtsdynamik überzeuge aber nicht.
Merrill Lynch (NYSE: MER - Nachrichten) bezeichnete den Abgang von Samuelsson als "Schock, der aber nicht notwendigerweise ein negativer ist". Für MAN selbst sei dies schon eine Belastung, gleichzeitig werde aber die Blockade mit dem Blick auf eine Konzentration im Lkw-Markt mit einer Fusion von Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) (VW) und Scania aufgesprengt. Merrill bleibt bei "Buy" mit dem Ziel 70 Euro. Auch die Analysten der Citigoup sehen nun eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenschluss in dem Dreigestirn MAN, Scania und VW. Dies könnte den seit dem gescheiterten Gebot von MAN für Scania zu sehenden strategischen Stillstand auflösen. Auch Citi bleibt beim Votum "Buy" mit dem Ziel 73 Euro.
Alexander Haissl, Analyst bei Cheuvreux, sieht auch die Schmiergeldaffäre als Auslöser für die Rücktrittsentscheidung. Der Druck seitens VW habe sich erhöht. Der Abgang von Samuelsson mache aber eine Konsolidierung mit Scania wahrscheinlicher - Haissl lässt die Aktien auf "Selected List"./fat/la