Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Indizes gaben vor dem Wochenende weiter nach. Als wesentlicher Belastungsfaktor erwies sich weiterhin der US-Schuldenstreit. Zudem droht Spanien die Abstufung der Kreditwürdigkeit. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 0,83 Prozent auf 2.670,37 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verschlechterte sich um 0,79 Prozent auf 2.510,85 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT (Xetra: A0KEPS - Nachrichten) 100 (ISIN FR0003502079/ WKN A0C302) gab um 1,05 Prozent auf 668,43 Stellen nach.
Die europäischen Länderbörsen gingen ebenfalls durchweg mit Verlusten ins Wochenende. Dabei hielt sich der spanische IBEX trotz einer drohenden Rating-Abstufung Spaniens relativ stabil und verlor lediglich 0,3 Prozent. Dagegen verzeichnete der Schweizer SMI deutliche Einbußen von 1,5 Prozent.
Die Verbraucherpreise sind im Juli 2011 mit abgebremstem Tempo angestiegen, teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat heute in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mit. So verringerte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,5 Prozent, während sie im Vormonat noch bei 2,7 Prozent gelegen hatte.
Die Ratingagentur Moody´s will die Bonitätsnote des Euro-Landes Spanien möglicherweise nach unten revidieren. Sollte es tatsächlich zu einer Abstufung kommen, müsste sich Spanien am Kapitalmarkt mit höheren Zinsen refinanzieren. Derzeit wird die Bonität Spaniens von der Ratingagentur mit "Aa2 (SNP: ^AA2Y - Nachrichten) " eingestuft.
In London setzte sich die Aktie von Vodafone Group plc (ISIN GB00B16GWD56/ WKN A0J3PN) mit einem Aufschlag von 5,2 Prozent an die Spitze des FTSE 100 (Euronext: VFTSE.NX - Nachrichten) . Der britische Mobilfunkbetreiber plant die Ausschüttung einer Sonderdividende. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, erhält man aus seiner Beteiligung an dem amerikanischen Mobilfunkunternehmen Verizon Wireless erstmals seit 2005 wieder eine Dividende, die teilweise an die eigenen Aktionäre weitergegeben werden soll. Am Donnerstagabend hatte die US-Telefongesellschaft Verizon Communications Inc. (ISIN US92343V1044/ WKN 868402) einer Ausschüttung von insgesamt 10 Mrd. US-Dollar bei der Tochtergesellschaft zugestimmt. Verizon (NYSE: VZ - Nachrichten) hält 55 Prozent der Anteile an dem gemeinsamen Joint Venture Verizon Wireless, Vodafone (London: VOD.L - Nachrichten) die restlichen 45 Prozent. Somit erhält der britische Mobilfunkbetreiber eine Ausschüttung in Höhe von 4,5 Mrd. US-Dollar. Rund 2 Mrd. Pfund sollen an die Aktionäre in Form einer Sonderdividende ausgeschüttet werden. Den Rest des Geldes will Vodafone zum Schuldenabbau verwenden.
BSkyB (London: BSY.L - Nachrichten) (ISIN GB0001411924/ WKN 893517) konnte im Geschäftsjahr 2010/2011 nicht an das Vorjahresergebnis anschließen. Zwar wuchsen die Umsatzerlöse um 16 Prozent auf 6,60 Mrd. Britische Pfund (GBP). Der operative Gewinn sank aber um 4 Prozent auf 1,07 Mrd. GBP, was auf bereinigter Basis einem Plus von 23 Prozent entspricht. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn fiel von 878 Mio. auf 810 Mio. GBP. Die Aktie des Satellitenfernsehanbieters verlor 0,6 Prozent.
International Consolidated Airlines Group (IAG) (ISIN ES0177542018/ WKN A1H6AJ) flogen nach Zahlen für das erste Halbjahr um 2,0 Prozent vor. Dabei lag der Umsatz mit 7,77 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 6,59 Mrd. Euro. Beim operativen Ergebnis konnte der aus dem Zusammenschluss der British Airways (Other OTC: BABWF.PK - Nachrichten) mit der spanischen Fluglinie Iberia entstandene Luftfahrtkonzern einen Gewinn von 32 Mio. Euro ausweisen, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen operativen Verlust von 309 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Bereinigt um Einmaleffekte erwirtschaftete IAG einen operativen Gewinn von 88 Mio. Euro. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis ein Gewinn von 71 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Nettoverlust von 352 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Ein wahrer Zahlenreigen wurde heute aus Frankreich gemeldet. Total (Euronext: FP.NX - Nachrichten) (ISIN FR0000120271/ WKN 850727) verzeichneten dabei einen Abschlag von 1,5 Prozent. Der drittgrößte Ölkonzern in Europa musste im zweiten Quartal einen Rückgang beim bereinigten Gewinn verkraften. Zurückzuführen war dies vor allem auf Produktionsbeeinträchtigungen als Folge von Wartungsarbeiten und der Libyen-Krise. Die Erwartungen wurden aber erfüllt. Der Nettogewinn belief sich auf 2,73 Mrd. Euro, nach 3,10 Mrd. Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn lag bei 2,79 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,96 Mrd. Euro). Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn in dieser Größenordnung ausgegangen. Der Umsatz nahm um 9 Prozent auf 45,01 Mrd. Euro zu.
PPR (TLO: PPR.TI - Nachrichten) (ISIN FR0000121485/ WKN 851223) schlossen mit einem Minus von 0,7 Prozent. Der Einzelhandels- und Luxusartikelkonzern hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr gesteigert. Dabei profitierte man von einer starken Nachfrage nach Luxusgütern in China. Der Nettogewinn belief sich auf 450 Mio. Euro, im Vergleich zu 388 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 438,7 Mio. Euro ausgegangen. Der Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft nahm um 7,3 Prozent auf 7,22 Mrd. Euro zu. Für das zweite Halbjahr ist der Konzern zuversichtlich, ein anhaltendes Umsatzwachstum zu erzielen.
Daneben verloren EADS (Other OTC: EADSF.PK - Nachrichten) (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) 0,4 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern steigerte Umsatz und EBIT im ersten Halbjahr 2011. Dabei sind die soliden Ergebnisse von dem anhaltend sehr dynamischen Umfeld im zivilen Geschäft geprägt. So erhöhte sich der Umsatz um 8 Prozent auf 21,9 Mrd. Euro. Das EBIT vor Einmaleffekten (bereinigtes EBIT) betrug rund 720 Mio. Euro für EADS (Vorjahr: rund 640 Mio. Euro) sowie rund 310 Mio. Euro für Airbus (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) (Vorjahr: rund 260 Mio. Euro). Es profitierte von guten Ergebnissen in den Airbus-Serienprogrammen und bei Eurocopter. Das berichtete EBIT von EADS belief sich auf 563 Mio. Euro (Vorjahr: 406 Mio. Euro). Das Konzernergebnis erreichte 109 Mio. Euro (Vorjahr: 185 Mio. Euro). Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von 0,13 Euro (Vorjahr: 0,23 Euro).
EDF (Stuttgart: A0HG6A - Nachrichten) (ISIN FR0010242511/ WKN A0HG6A) verschlechterten sich um 2,0 Prozent. Europas größter Stromversorger hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und profitierte dabei von einer erhöhten Kernkraftproduktion. Die Erwartungen wurden damit erfüllt. Zudem wurden die mittelfristigen Prognosen angehoben. Der Nettogewinn betrug demnach 2,55 Mrd. Euro, im Vergleich zu revidiert 1,66 Mrd. Euro im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn kletterte auf vergleichbarer Basis um 12,5 Prozent auf 2,62 Mrd. Euro. Der Umsatz belief sich auf 33,46 Mrd. Euro, was ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 2,7 Prozent auf organischer Basis bedeutet. Für 2011 bestätigte der Konzern seine Prognosen.
Ferner legten die Papiere von Saint-Gobain (ISIN FR0000125007/ WKN 872087) als bester Wert im CAC 40 (Paris: ^FCHI - Nachrichten) um 2,2 Prozent zu, nachdem der Baustoffkonzern bereits gestern die Zahlen zum ersten Halbjahr 2011 veröffentlicht hat. So lag der Umsatz mit 20,88 Mrd. Euro um 6,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn stieg von zuvor 501 Mio. Euro auf 768 Mio. Euro. Beim Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft wurde ein Anstieg von 580 Mio. Euro im Vorjahr auf 902 Mio. Euro verzeichnet. Daneben rollen Michelin (Euronext: ML.NX - Nachrichten) (ISIN FR0000121261/ WKN 850739) mit einem Abschlag von 4,8 Prozent hinterher. Der Konzern konnte im ersten Halbjahr angesichts eines deutlichen Umsatzwachstums einen Gewinnanstieg ausweisen. Indes erwartet man aufgrund steigender Rohstoffkosten eine Belastung von rund 1,8 Mrd. Euro im Gesamtjahr, die jedoch durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden soll. Der Nettogewinn belief sich nach sechs Monaten auf 667 Mio. Euro, nach 504 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 21 Prozent auf 10,11 Mrd. Euro. Am Indexende verbilligten sich Veolia Environnement um 9,5 Prozent.
Für eine Enttäuschung sorgte in Italien der Öl- und Erdgaskonzern Eni (ISIN IT0003132476/ WKN 897791). So musste man im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Das Nettoergebnis verringerte sich auf 1,25 Mrd. Euro, nach 1,82 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie sank auf 35 Cent, nach 50 Cent in der Vorjahresperiode. Wesentlichen Anteil an der schwächeren Ergebnisentwicklung hatten die anhaltenden Unruhen in Libyen. Für die Aktie ging es um 1,3 Prozent nach unten.
In Österreich verbesserten sich Erste Group Bank (Wien: EBS.VI - Nachrichten) (ISIN AT0000652011/ WKN 909943) um 0,2 Prozent. Die Bank konnte im ersten Halbjahr mit einem Ergebnisanstieg aufwarten. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter wurde ein Anstieg auf 496,3 Mio. Euro ausgewiesen, nach 71,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Zinsüberschuss lag mit 2,69 Mrd. Euro in etwa auf Vorjahresniveau wobei die Risikovorsorge im Kreditgeschäft mit 940 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 1,0 Mrd. Euro verbessert werden konnte. Bei der Kosten-Ertrags-Relation wurde eine leichte Verbesserung auf 49,5 Prozent (Vorjahreswert: 48,8 Prozent) verzeichnet.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.670,37 (-0,83 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.510,85 (-0,79 Prozent) EURONEXT 100: 668,43 (-1,05 Prozent) FTSE 100 (London): 5.815,19 (-0,99 Prozent) CAC40 (Paris): 3.672,77 (-1,07 Prozent) MIB (Mailand): 18.433,68 (-0,67 Prozent) IBEX 35 (Madrid: IBEX.MC - Nachrichten) (Madrid): 9.630,70 (-0,27 Prozent) SMI (EUREX: OSMI.EX - Nachrichten) (Zürich): 5.783,35 (-1,50 Prozent) ATX (Wien: ^ATX - Nachrichten) (Wien): 2.611,32 (-0,49 Prozent) (29.07.2011/ac/n/m)

