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    Wirtschaftliche Selbstverteidigung
    • Der Wert der Zuwanderung

      Es gibt nicht viele gute Dinge, die uns die Finanzkrise in Europa in den vergangenen Jahren gebracht hat. Eine der wenigen positiven Veränderungen ist die Entwicklung der Einwanderung in Deutschland. Schon seit Jahresanfang wissen wir, dass in 2012 die Einwanderung weiter zugenommen hat, nachdem in den Jahren 2008 und 2009 mehr Menschen aus Deutschland ausgewandert als eingewandert waren. Nun gibt das Gutachten des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration weitere Aufschlüsse darüber, wer da alles zu uns gekommen ist. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Offenbar treibt die Eurokrise hauptsächlich junge und gut ausgebildete Menschen aus dem Süden Europas nach Deutschland. Wie aus dem Gutachten hervorgeht, kommen zwei Drittel der Einwanderer aus den Staaten der Europäischen Union, deutlich mehr als in der Vergangenheit.

      Deutschland profitiert von der Einwanderung qualifizierter Fachkräfte (Bild: thinkstock)Wie ich in meinem Buch „Wirtschaftliche Selbstverteidigung“ gezeigt habe, geht Deutschland aufgrund der demografischen Situation Weiterlesen »Von Der Wert der Zuwanderung
    • Frankreich: das nächste Krisenland?

      In der Eurokrise beschäftigt viele Menschen eine Frage: Who´s next? Welches Land könnte als nächstes dran sein mit einem Hilfsantrag an den ESM, einem Schuldenschnitt oder sogar – wie in Zypern – einer Verstaatlichung von Sparergeldern. Der Ökonom Thomas Mayer, ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank, zeigt in seinem gerade erschienen Buch „Europas unvollendete Währung“ einen interessanten Weg auf, um die Verwundbarkeit der Eurostaaten zu bestimmen.

      Er nennt dabei vier Faktoren, anhand derer sich ermitteln lässt, wie anfällig ein Land für eine Finanzkrise ist: Erstens die Abhängigkeit von ausländischem Kapital zur Finanzierung heimischer privater Investitionen und Staatsdefizite (gemessen am Leistungsbilanzüberschuss oder -defizit), zweitens das strukturelle Haushaltsdefizit, drittens die Verschuldung des Staates und viertens der Größe des Finanzsektors. Anhand dieser drei Punkte erstellt Mayer eine Rangliste. Auf den ersten Blick wirkt die Berechnung arg simpel. Denn Mayer macht

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    • Mit den Ereignissen auf Zypern startet die Eurokrise in eine neue Phase. Sofern das Parlament zustimmt werden erstmals auch Bankeinlagen und damit die ganz normalen privaten Spargelder zur Ader gelassen. Eine Entscheidung, die der EU noch um die Ohren fliegen dürfte.

      Zyperns Präsident Nicos Anastasiades im Kreuzfeuer (Bild: AFP)Über kurz oder lang dürfte dieses Geld verstaatlicht werden und wird damit für den Sparer verloren sein. Auf der einen Seite ist diese Vorgehensweise konsequent, weil sie diejenigen ruhigstellt, die bisher bemängelten, dass mit der „Rettung“ Zyperns letztlich nur russische Oligarchen gerettet würden. Nun müssen auch diese einen Beitrag leisten, auch wenn er nicht übermäßig hoch ausfällt.

      Auf der anderen Seite überschreitet die EU-Politik mit dem Zugriff auf die Sparergelder eine rote Linie und trifft eine Entscheidung, die ihr noch um die Ohren fliegen dürfte. Denn das Signal, das hier gesetzt wird, ist eindeutig: Nicht nur die Aktionäre oder Kreditgeber von Banken und die Steuerzahler sollen künftig bezahlen, sondern auch

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    • Der März wird spannend! Auf den ersten Blick wirkt er eher wie ein unspektakulärer Börsenmonat. Schaut man sich lediglich die Wertentwicklung an, die die Aktienkurse langfristig in diesem Monat erzielt haben, so rangiert er im Mittelfeld - weit entfernt von den Extremen, die der Dezember (im positiven Sinn) und der September (im negativen Sinn) zu bieten haben. Und dennoch ist der März ein ganz besonderer Börsenmonat: In ihm haben sich einige der spektakulärsten Trendwenden der jüngeren Börsengeschichte abgespielt. Wenn man so will ist der März also der Turnaround-Monat.

      Gerade zur Mitte des Monats sollte man den Aktienmarkt genau im Auge behalten (Bild: ddp)Denken wir zurück an das Jahr 2000: Die High-Tech-Blase erreichte ihren Höhepunkt, der DAX stieg erstmals über 8000 Punkte. Am 7. März wurden die Rekordstände erreicht, danach ging es nach unten. Drei Jahre später notierte der DAX gerade noch bei 2.200 Punkten. Im März 2003 dreht der Markt erneut und startete eine vierjährige Hausse.

      Weiterlesen »Von Turnaround-Monat März: Erwartet uns eine spektakuläre Trendwende?
    • Wenn es um den Euro geht, dann scheinen Deutschlands Topmanager gleichgeschaltet zu sein: Die Gemeinschaftswährung ist gut, die Politik sollte alles tun, um sie zu erhalten, so lautet in der Regel das Credo, das von den Unternehmensführern zu hören ist. Wenn der Euro zerbreche, dann drohten der deutschen Wirtschaft aufgrund der starken Aufwertung der eigenen Währung eine Depression und ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit. Umso bemerkenswerter ist, dass sich Linde-Chef Wolfgang Reitzle nun offen auf die Seite der Euro-Kritiker stellt und Töne anschlägt, die man so von einem DAX-Vorstandschef noch nie gehört hat.

      Bild: thinkstockIn einem bemerkenswerten Interview bei Phoenix positioniert sich Reitzle als Eurokritiker. Mehrfach widerspricht er der mittlerweile legendären Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“ Dieses Statement sei „fatal“. Der Euro sei eine Fehlkonstruktion, so Reitzle, die nicht um jeden Preis erhalten werden sollte. Wenn ein großes

      Weiterlesen »Von DAX-Vorstand: Euro kann das Vermögen der Deutschen kosten
    • Bargeld wird knapp

      Bald selten? Euro-Bargeld. (Bild: Thinkstock)Eines der Mittel, das ein Staat anwenden kann, um seine Bürger besser zu kontrollieren, ist die Einschränkung des Bargeldverkehrs. Was man nicht als Schein oder Münze in der Tasche hat, kann man viel schlechter vor den Augen des Staates verbergen.

      Zwar werden die meisten Änderungen in diesem Bereich als technischer Fortschritt verkauft, etwa als Steigerung der Bequemlichkeit oder als Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Im Kern sind sie jedoch vor allem eines: Ausdruck des steigenden Misstrauens eines Staates gegenüber seinen Bürgern. In Deutschland sieht die Sache bisher noch vergleichsweise entspannt aus. Hier gibt es bislang national kaum Einschränkungen, wenn man einmal davon absieht, dass man sich bei einer Bank bei Bareinzahlungen ab einer Größenordnung von 15.000 Euro ausweisen muss.

      Anders sieht es jedoch in unseren europäischen Nachbarstaaten aus. In Italien beispielsweise sind Käufe mit Bargeld seit Anfang vergangenen Jahres nur noch bis zu einem Betrag von 1000

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    • Rekord: Vier Monate vom Börsengang zur Pleite

      Da glitzerte noch alles bei der Hess AG in Villingen-Schwenningen. (Bild: dpa)Das ist ein neuer Rekord am deutschen Aktienmarkt: In weniger als vier Monaten vom Börsengang in die Pleite. Der Leuchtenhersteller Hess hat es geschafft. Am 25 Oktober 2012 war die Erstnotiz. 36 Millionen Euro flossen in die Kassen des Unternehmens. Ende Januar gab es die ersten Berichte über Bilanzmanipulationen. Am 13. Februar 2013 ging das Management zum Amtsgericht, um den Insolvenzantrag zu stellen.

      Der Fall macht deswegen sprachlos, weil eigentlich alle Indizien dagegen sprachen, dass man es hier mit einer echten Anleger-Abzocke zu tun hat. Ein mittelständisches Unternehmen aus dem Schwarzwald mit Familienaktionären, solide finanziert, kein Start-Up, sondern 65 Jahre alt. Dazu ein Listing im Prime Standard, dem höchsten Börsensegment in Deutschland, mit den höchsten Anforderungen an Publizität und Anlegerschutz. Die Börsenpolizei schaut dem Vorstand also vermeintlich täglich auf die Finger, sollte man meinen. Weit entfernt also vom windigen Freiverkehr.

      Das sind zwar nicht

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    • Wo ist der deutsche Cameron?

      Gegen die EU wo möglich: David Cameron. Gut so, sagt Roland Klaus. (Bild: dpa)Großbritanniens Premierminister David Cameron hat eine Menge Kritik einstecken müssen für seinen Vorschlag, die Briten über die Zugehörigkeit zur Europäischen Union abstimmen zu lassen. Er spiele ein gefährliches Spiel, wird ihm vorgeworfen, und er betreibe plumpen Wahlkampf. Mit Sicherheit steckt auch eine ganze Menge Kalkül hinter den Vorschlägen, keine Frage. Und doch lassen die Reaktionen tief blicken. Wo kommen wir denn hin, wenn das Volk plötzlich den Politikern das Heft des Handelns aus der Hand nimmt und selbst Entscheidungen trifft?

      Der Schweizer Verleger Roger Köppel hat - in einem anderen Zusammenhang - neulich geschrieben, dass die direkte Demokratie den Staat zwinge, die Interessen der Bürger über die Interessen der Politiker zu stellen. Die Reaktionen der Politik auf die Rede Camerons bestätigen diese These auf erschreckende Weise.

      Wenn ich mir anschaue, welche Entscheidungen die deutschen Politiker in Zusammenhang mit der Eurokrise in den vergangenen Jahren getroffen

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    • Was DAX-Prognosen taugen

      Bild: dpa Immer kurz nach dem Jahreswechsel kommt die Zeit der DAX-Prognosen. Auch diesmal ist die gesamte Branche nach ihren Schätzungen für das vor uns liegende Jahr befragt worden. Zur Ehrenrettung ist zu sagen, dass diese Punktprognosen ("Wo steht der DAX Ende 2013?") für die Experten eine äußerst undankbare Aufgabe sind. Die meisten sind sich der Tatsache bewusst, dass sie keine Kristallkugel besitzen, Entwicklungen bestenfalls abschätzen und bei solchen Tipps eigentlich nur verlieren können. Trotzdem sollte man von hoch bezahlten Analysten erwarten, dass sie Trends und Kursbewegungen erahnen können. Zumindest annäherungsweise. Und zumindest hin und wieder.

      Schauen wir uns jedoch an, wie die Experten in den vergangenen Jahren mit ihren Voraussagen für den deutschen Aktienmarkt abgeschnitten haben, so ergibt sich ein verheerendes Bild. Das Szenario ist meistens sehr ähnlich: Das Gros der Befragten erwartet zu Jahresbeginn ein Plus beim DAX von fünf bis acht Prozent. Das ist das statistische

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    • Der größte Bluff der Notenbankgeschichte

      Bluffer: Mario Draghi hat die Märkte beruhigt. (Bild: AFP)Wie Psychologie an den Finanzmärkten funktioniert, macht uns derzeit die Europäische Zentralbank vor. Als Mario Draghi am 26. Juni 2012 auf einer Investorenkonferenz in London sagte, die Zentralbank werde „alles tun, um den Euro zu retten“ und als er wenige Wochen später in Frankfurt ein Kaufprogramm für Staatsanleihen auflegte, markierte er damit einen einschneidenden Punkt in der Eurokrise.

      Denn es war der Startschuss für große Investoren, in die Anleihen der Krisenländer zu investieren. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen, die im Juli noch bei 6,6 Prozent gestanden hatte, fiel zum Jahresende auf 4,5 Prozent. Die spanischen Renditen fielen von 7,6 auf 5,3 Prozent. Beide Länder konnten zudem ohne größere Probleme neue Anleihen am Markt platzieren, teilweise zu Zinssätzen von drei Prozent, bei entsprechend kurzen Laufzeiten.

      Das Interessante an der Sache: Draghi musste sein Versprechen gar nicht wahr machen. Seit er das Kaufprogramm vorgestellt hat, musste die

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    • Roland Klaus, Freier Finanzjournalist und Analyst

      Roland Klaus arbeitet erfolgreich als freier Journalist und Analyst. Darüber hinaus agiert er als Investor.

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