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    Ein Vermögen für den Ruhestand Teil IV: Soviel müssen Sie sparen, um die Lücke zu stopfen

    Wer früh säht, erntet mehr. (Bild: Fotolia)Erinnern Sie sich an das Beispiel von Herrn Herrmann in Teil III der Blogreihe "Ein Vermögen für den Ruhestand"? Herr Herrmann hatte sich berechnet, dass er eine Lücke von rund 700 Euro pro Monat hat. Allein das Wissen um die Lücke lässt sie allerdings nicht kleiner werden. Daher wäre der nächste Schritt für Herrn Herrmann, sich zu überlegen, wieviel er sparen müsste, um die Lücke zu schließen.

    Dabei kommt es zum einen darauf an, wieviel Zeit er noch bis zum Rentenbeginn hat und zum anderen, wie hoch die Rendite ist, die er erzielen kann. Das sind die beiden Faktoren des Zinseszinses: Zeit und Rendite. Je mehr Zeit er hat, umso weniger muss er pro Monat sparen und je höher seine Rendite ist ebenfalls. Eine höhere Renditeerwartung führt aber immer auch zu höheren Risiken – das müsste Herr Herrmann bedenken.

    Ich möchte Ihnen zeigen, welche Sparsummen nötig sind. Bedenken Sie aber bei dieser Rechnung, das es sich hier um ein einfaches Beispiel handelt. Es kann nicht berücksichtigt werden, dass ja auch in der Rentenzeit die Inflation „zuschlägt“. Also dass der, der mit 65 Jahren 3.500 Euro benötigt, bei gleichem Lebensstandard mit 95 Jahren bei einer Inflation von ca. 2,5% rund das doppelte an Einnahmen bräuchte. Die gesetzliche Rente wird diesen Inflationsausgleich aller Erfahrung nach nicht schaffen.

    Die erste Überlegung lautet: Wieviel Geld benötigt Herr Herrmann, wenn er vom 65. bis zum 100. Lebensjahr (also 35 Jahre) seinem Vermögen monatlich 700 Euro entnimmt. Nehmen wir an, das Geld darf danach aufgebraucht sein. Die Problematik oder das Glück, wenn er älter wird, bleibt außen vor. Nehmen wir zudem an, Herr Herrmann sei ein konservativer Anleger, der eine Rendite von 3% nach Steuern erzielt (das würde man heute mit Festgeldern schaffen).
    Die Lösung lässt sich finanzmathematisch berechnen: Er benötigt rund 181.900 Euro. Würde er nur 2% erzielen, bräuchte er 211.312 Euro, rund 30.000 Euro mehr. Würde er sein Geld erhalten wollen – beispielsweise für die Erben – bräuchte er rund 280.000 Euro bei 3% Zinsen.

    Bleiben wir bei den rund 181.900 Euro. Wenn er 10 Jahre Zeit hat, bislang nichts gespart hat und 3% Rendite erzielt, müsste er monatlich 1.302 Euro sparen. Das übersteigt die Möglichkeiten von vielen Menschen. Schafft er eine Rendite von fünf Prozent sind es „nur“ 1.171 Euro. Hätte Herr Herrmann diese Berechnung zehn Jahre früher angestellt, müsste er bei drei Prozent Rendite 554 Euro zurücklegen – also weniger als die Hälfte. Bei fünf Prozent wären es 443 Euro. Hätte er 30 Jahre Sparzeit, reduzierte sich seine Sparsumme auf 312 Euro (drei Prozent) oder 219 Euro (fünf Prozent). Das sind Summen, die sich bei jemandem, der einen solche Rentenerwartungen, wie in diesem Beispiel hat, schon eher sparen lassen.

    Was zeigt mir diese Berechnung jedes Mal auf's Neue? Es lohnt sich, früh anzufangen und es lohnt sich, sich nach guten Renditen zu strecken. Das bedeutet, dass man sich um sein Geld kümmert. Um das Ausnutzen guter Festgeldangebote, wie es beispielsweise Direktbanken haben, kommt man nicht herum. Sparpläne in Aktien- oder Mischfonds müssen günstig abgeschlossen werden (möglichst ohne Ausgabeaufschlag). Und zuletzt müssen Sparer immer am Ball bleiben und die aktuellen Entwicklungen beobachten. Es ist keine leichte Zeit für Geldanlagen. Viel Erfolg beim Sparen.

    Ihre Stefanie Kühn

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    Bloggerprofil

    • Stefanie Kühn, Finanzberaterin

      Sie gehört zu den Pionieren der Finanzberatung auf Honorarbasis. Sie tritt in der Öffentlichkeit und auch beim Ministerium für Verbraucherschutz für eine Stärkung der Honorarberatung ein.

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