Mit Ihren Geldanlagen können Sie nur ruhig schlafen, wenn diese zu Ihnen passen. Legen Sie zu risikoreich an, verursacht das Stress, wenn es an der Börse crasht. In der Finanz- und Eurokrise haben viele Menschen realisiert, dass sie sich selbst um ihre Geldanlagen kümmern müssen. Denn dann können sie sicherstellen, dass sie nicht zu viel und nicht zu wenig Risiko eingehen.
Doch was ist eigentlich Risiko? Bei der Geldanlage bezeichnet man die Schwankungen üblicherweise als Risiko. Je stärker eine Anlage schwanken kann, umso höher das Risiko. Trotzdem sind die Anlagen mit höheren Risiken – beispielsweise Aktien – Sachwerte. In Zeiten, in denen alles in Frage gestellt wird, erscheinen dann Sachwerte plötzlich trotz möglicher Wertschwankungen risiko-ärmer als Papiergeld.
Fragen Sie sich in in Bezug auf Ihre Geldanlagen: Wann sind Sie nicht mehr gelassen? Machen Sie sich mehr Gedanken um Wertschwankungen oder um das „große Ganze“? Schlafen Sie vielleicht sogar schlecht deshalb? Schreiben Sie es sich auf, vielleicht ist es ein Prozentsatz, vielleicht aber auch ein Ereignis oder ein Verlauf von Ereignissen, der Sie beunruhigt. Nehmen Sie die Erfahrungen der letzten Jahre zum Anlass, Ihre Risikomentalität zu hinterfragen.
Was hat uns die Finanzkrise gezeigt?
1.) Der Mensch braucht eine rote Ampel für seine Anlagen. Einen Ausstiegskurs, eine Verlusttoleranzgrenze. Ist sie erreicht, ist Konsequenz gefragt, so oder so. Zu der dann getroffenen Entscheidung „Raus oder Bleiben“ muss Mann oder Frau dann stehen. Allein das Besitzen eines solchen Handlungskonzeptes bringt Gelassenheit.
2.) Es können Dinge passieren, die wir gedanklich immer im Bereich des Unmöglichen angesiedelt haben. Staaten mitten in Europa können vor der Pleite stehen, Branchen wie Banken können massiv abgestraft werden. Allerdings können DAX-Werte auch um 100 Prozent in kürzester Zeit steigen. Es ist gut, die hohen Schwankungen der Kurse gedanklich in die Planung einzubeziehen. Das bringt Gelassenheit.
3.) Das System hätte zusammenbrechen können. Der Worst-Case war vielleicht nicht so weit weg, wie viele meinen. Bislang hat die Methode „Zeit durch Geld-Drucken“ und „Schutzschirm aufspannen“ funktioniert. Jeder von uns kann den Worst-Case einmal durchspielen und seine eigene Strategie dafür entwickeln – das bringt Gelassenheit.
Kurz: Prüfen Sie regelmäßig, ob die Risiken, die Sie eingehen, noch zu Ihnen passen.
Insbesondere wenn es in einer Ihrer Anlageklassen Probleme gibt, müssen Sie entscheiden, ob Sie Ihre Vermögensaufteilung verschieben. Ich pflege den Grundsatz: Kein Verkauf an Paniktagen. Gestatten Sie sich aber anschließend eine überlegte Anpassung.
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