Hygiene ist selbstverständlich wichtig für die Gesundheit. Aber es muss nicht immer gleich eine Chemiekeule sein. Der Yahoo!-Verbrauchercheck erklärt, wie Sie Ihr Haus umweltschonend auf Hochglanz bringen.
Nach dem Motto „viel hilft viel" greift manch einer zu Chemiekeulen, um im trauten Heim für Sauberkeit zu sorgen. Doch Experten warnen: Die belasten die Umwelt und sie sind auch eine unterschätzte Gefahr für die Gesundheit. Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Jahr 220.000 Tonnen Haushaltsreiniger sowie weitere 260.000 Tonnen Geschirrspülmittel verkauft.
Viele Mittel sind völlig übertrieben
Vor allem Reinigungsmittel für Bad und WC sind oft umweltbelastend und können darüber hinaus die Gesundheit schädigen. Allein 2009 wurden 665 Vergiftungen durch Reinigungsmittel gemeldet. Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA): „Das UBA rät dazu, auf ätzende Reinigungsmittel mit der orangenen Gefahrenstoffkennzeichnung zu verzichten. Für den Hausgebrauch sind solche Mittel völlig übertrieben."
Küche und Bad
Aber gerade in hygienisch sensiblen Bereichen wie Küche und Bad ist gründliches Putzen wichtig. Doch einwandfreie Reinigungsergebnisse lassen sich auch auf schonende Weise erzielen. Die Verbraucherzentrale in Bayern empfiehlt umweltschonende Haushaltsreiniger.
Lesen Sie auch: Leitungswasser ist besser als Mineralwasser
„Für die Reinigung in Bad und Toilette sowie für die Entkalkung ist Haushaltsessig bzw. ein Essigreiniger - außer bei Marmor, Kalksteinen und PVC - das Mittel der Wahl. Essig sollte nicht erwärmt werden, weil die Dämpfe die Schleimhaut reizen und unangenehmen riechen. Empfehlenswerter ist Zitronensäure. Sie entwickelt keine aggressiven Dämpfe und ist weniger aggressiv als Essig", so die Verbraucherschützer.
Die Umwelt schonen
Grober Schmutz lässt sich am besten mit natürlichen Scheuermitteln entfernen, wie zum Beispiel Schlämmkreide. Sie können auch einen milden, pH-neutralen Allzweckreiniger benutzen. Für Flecken auf Textilien empfehlen die Experten natürliche Gallseife. Einen Beitrag zum Umweltschutz können Sie außerdem leisten, wenn Sie Produkte verwenden, die das EU-Umweltzeichen, die sogenannte „Euroblume", tragen. Hier finden Sie den Katalog zum europäischen Umweltzeichen.
Schmutz vermeiden
Wer von vornherein auf Hygiene achtet, hat es beim Putzen leichter. Einfache Regel: Frischer Schmutz lässt sich einfacher entfernen, als wenn er erst mal eingetrocknet ist. Verschmutzungen am Herd sollten Sie spätestens vor der nächsten Nutzung entfernen, da die Flecken sonst einbrennen und sich nur noch mit sehr großer Mühe beseitigen lassen. Holzbretter spülen Sie am besten mit heißem Wasser ab, um Keimbildung zu vermeiden. Verschimmelte Lebensmittel gehören immer sofort in den Müll, da sich die Schimmelsporen sonst verteilen könnten.
Im Sanitärbereich empfiehlt es sich, „Feuchtbiotope" zu vermeiden. Wer Duschkabine und Armaturen nach der Nutzung abtrocknet, beugt Kalkflecken vor und reduziert den späteren Reinigungsaufwand. Achten Sie auch auf Körperhygiene, um Keime zu vermeiden. Deshalb: Nach jedem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen, Hände mit einer milden Seife waschen und gründlich abtrocknen.
Lesen Sie auch: Wann sind Lebensmittel wirklich verdorben?
Haushaltskasse schonen
Kaufen Sie nicht zu viele Reinigungsmittel ein. Alles, was Sie brauchen, ist ein Allzweckreiniger, ein Handspülmittel, Scheuermilch und ein Reiniger auf Basis von Zitronensäure. Das Umweltbundesamt rät dazu, möglichst Reinigungsmittel-Konzentrate zu kaufen. Sie sparen wegen ihres geringen Volumens Verpackungsmaterial und belasten die Umwelt damit weniger. Lassen Sie sich nicht vom Preis der Konzentrate abschrecken. Die Produkte sind ergiebiger und haben oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Ganz wichtig: sparsam und wie angegeben dosieren.

